Schlagwort: Integration

2022-07 Change-Management

Change-Management in (weiterhin) turbulenten Zeiten für Finanzdienstleister

Bei Kom­ple­xi­tät und Tem­po sich ändern­der Geschäfts­mo­del­le die Mit­ar­bei­ter nicht verlieren

Der Slo­gan „Miss es oder ver­giss es“, als Direk­ti­ve bekannt aus dem Pro­zess­ma­nage­ment, beschreibt einen Anspruch bzw. eine Her­an­ge­hens­wei­se an eine von vie­len Manage­ment­auf­ga­ben in Unter­neh­men, die einem eher ratio­nal ver­an­lag­ten Mana­ger, und das ist ver­mut­lich wei­ter­hin die Mehr­heit im Markt, nach­voll­zieh­bar und wich­tig erscheint. Die Bedeu­tung von eher qua­li­ta­tiv gear­te­ten Dis­zi­pli­nen, wie die akti­ve Gestal­tung von Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen, wird nach wie vor noch eher stief­müt­ter­lich behan­delt, was den ange­streb­ten Pro­jekt­er­folg oft schmä­lert oder sogar ver­hin­dert. Das Chan­ge-Manage­ment zählt heu­te zu einem der wich­tigs­ten The­men in der Finanzbranche.

Gera­de die Ban­ken­welt sieht sich wei­ter­hin einem immensen Druck aus­ge­setzt, um digi­ta­len Inno­va­tio­nen, geän­der­tem Kun­den­ver­hal­ten, neu­en Wett­be­wer­bern und Ver­triebs­we­gen, über­hol­ten tech­ni­schen Archi­tek­tu­ren, dem Umgang mit Big Data, Regu­la­to­rik­an­for­de­run­gen und einem unver­än­der­ten Kos­ten­druck adäquat zu begeg­nen. Die Anzahl und Prio­ri­sie­rung der (meis­tens) zahl­reich par­al­lel lau­fen­den Pro­jekt­vor­ha­ben und neu­er Geschäfts­mo­del­le über­for­dert oft­mals die Beleg­schaft und senkt die Pro­duk­ti­vi­tät. Zudem sorgt der Ein­zug von agi­len Metho­den im Pro­jekt­ma­nage­ment für eine wei­te­re Her­aus­for­de­rung an die Belegschaft.

Vor die­sem Hin­ter­grund kommt einem pro­ak­tiv gesteu­er­ten Chan­ge-Manage­ment in der Ban­ken­welt auch wei­ter­hin bzw. gera­de jetzt eine zen­tra­le Bedeu­tung zu und soll­te Teil eines jeden Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses sein. Die Fra­ge „Und wer küm­mert sich um das Chan­ge-Manage­ment?“ beim Set­up eines Trans­for­ma­ti­ons­vor­ha­bens soll­te noch viel öfter gestellt wer­den und vor allem nicht mehr unbe­ant­wor­tet bleiben.

Unter­neh­mens­be­zo­ge­ne Trei­ber als Chal­len­ger im Change-Management

Mit dem Ein­zug der Digi­ta­li­sie­rung ver­än­dern sich die Anfor­de­run­gen an die Kom­pe­ten­zen der Mit­ar­bei­ter. Dies bedeu­tet zum einen Skil­lauf­bau und Ände­rungs­be­reit­schaft in Zei­ten des Fach­kräf­te­man­gels, zum ande­ren auch das Frei­set­zen von über­hol­ten Pro­zes­sen und Funk­tio­nen, ohne dabei im Über­gang Schiff­bruch zu erleiden.

Nicht zuletzt die Pan­de­mie unter Nut­zung des tech­nisch Mög­li­chen sorgt für neue Ansät­ze bei den Arbeits­mo­del­len. Home­of­fice und mobi­le Plug-In-Arbeits­plät­ze gehö­ren ver­mehrt zum All­tag einer jeden Orga­ni­sa­ti­on, wobei die­ser Wan­del neben den erfor­der­li­chen Betriebs­ver­ein­ba­run­gen auch eine Fül­le sozia­ler Ver­än­de­rungs­aspek­te mit sich bringt. Ver­än­de­rungs­be­reit­schaft und ‑fähig­keit, sowohl beim Ein­zel­nen als auch mit Blick auf die gesam­te Orga­ni­sa­ti­on, sind zen­tra­le Pfei­ler der Kul­tur­ver­än­de­rung, die es zu stär­ken und zu beglei­ten gilt. Dies betrifft z. B. neue Sys­tem­ein­füh­run­gen, Cloud-Ver­la­ge­run­gen, die Digi­ta­li­sie­rung der Kun­den­be­treu­ung oder auch Inno­va­tio­nen der inter­nen Kommunikation.

Die Schaf­fung des Bewusst­seins für die not­wen­di­ge Beglei­tung und Steue­rung von Chan­ge-Pro­zes­sen ist ein wesent­li­cher Bau­stein für den nach­hal­ti­gen Unternehmenserfolg.

Vier wesent­li­che Erfolgs­fak­to­ren wei­sen den Weg

Vier Fak­to­ren bestim­men gemein­hin wesent­lich den Erfolg in Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen. Neben einer kla­ren und trans­pa­ren­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on, einer geschlos­se­nen, befä­hig­ten und über­zeug­ten Füh­rungs­mann­schaft zur Anlei­tung des Chan­ge-Pro­zes­ses sowie einer umfas­sen­den und ver­ständ­li­chen Ziel­de­fi­ni­ti­on geht es vor allem auch um die adäqua­te Ein­bin­dung der Mit­ar­bei­ter. Die­se benö­ti­gen aus­rei­chend Raum und Mög­lich­kei­ten, sich per­sön­lich ein­zu­brin­gen und die Ver­än­de­rungs­pro­zes­se mit­zu­ge­stal­ten. Die­se Inte­gra­ti­on schafft Ver­ständ­nis und Akzep­tanz und stei­gert die Moti­va­ti­on auf allen Hierarchieebenen.

Das fol­gen­de Schau­bild zeigt die Trei­ber und wesent­li­che Struk­tur­kom­po­nen­ten eines erfolg­rei­chen Change-Managements:

2022-07 Change-Management MJH

Die Risi­ken nicht unterschätzen

Ver­än­de­rungs­ma­nage­ment ist ein dyna­mi­scher und fort­lau­fen­der Pro­zess, der immer wie­der neu­en Her­aus­for­de­run­gen unter­liegt. Die Ent­wick­lung von Chan­ge-Zie­len bestimmt die dar­aus abzu­lei­ten­den Berei­che und Maß­nah­men für den erfolg­rei­chen Chan­ge-Pro­zess. Nur hier­von über­zeug­te und gegen­über Sta­ke­hol­dern und Mit­ar­bei­ter über­zeu­gen­de Füh­rungs­kräf­te schaf­fen den Wan­del und den erfolg­rei­chen Umgang mit auf­tre­ten­den Widerständen.

Ängs­ten, Unsi­cher­hei­ten und Über­for­de­run­gen soll­te mit Trans­pa­renz und offe­ner Kom­mu­ni­ka­ti­on begeg­net wer­den. Die Ein­be­zie­hung von Mit­ar­bei­tern in Ent­schei­dun­gen, Erfol­ge und Miss­erfol­ge erhöht das Ver­trau­en in die Ver­ant­wort­li­chen und stei­gert den Umsetzungserfolg.

Exper­ti­se ban­kon Manage­ment Consulting

Die Exper­ti­se der ban­kon-Bera­ter aus mehr als fünf­zehn Jah­ren Erfah­rung in Trans­for­ma­ti­ons-Groß­pro­jek­ten sichert pra­xis­er­prob­tes Wis­sen. Dabei spielt der bewuss­te Ein­satz der Bau­stei­ne eines erfolg­rei­chen Chan­ge-Manage­ments als ein Erfolgs­fak­tor unter vie­len immer eine tra­gen­de Rolle.

Nut­zen Sie unse­re umfang­rei­chen Erfah­run­gen und spre­chen Sie mit uns:

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digitaler Euro

Digitaler Euro – Betrachtung von Auswirkungen und Chancen für Banken

Die Ein­füh­rung des digi­ta­len Euro wird in der Bran­che sehr kon­tro­vers dis­ku­tiert. Hier stellt sich nicht mehr die Fra­ge, “ob“, son­dern „wann“ und „in wel­chem Umfang“ die Inte­gra­ti­on eines Digi­ta­len Euro für ein Finanz­in­sti­tut ein ech­tes The­ma sein wird. Die Ein­füh­rung des digi­ta­len Euro ver­spricht für Ver­brau­cher eine ver­bes­ser­te Bequem­lich­keit und mehr Sicher­heit beim Geld­trans­fer sowie eine Ver­rin­ge­rung der Trans­ak­ti­ons­kos­ten im grenz­über­schrei­ten­den Zahlungsverkehr.

Um Play­ern außer­halb Euro­pas das Spiel­feld nicht über­las­sen zu müs­sen, ist zügi­ges und zugleich bedach­tes Han­deln bei der Ein­füh­rung erfor­der­lich. Die Aus­ge­stal­tung und die Kon­se­quen­zen einer digi­ta­len euro­päi­schen Wäh­rung sind im Vor­feld genau zu prü­fen, um nicht die Pro­fi­ta­bi­li­tät und Finanz­sta­bi­li­tät im Finanz­sek­tor zu gefährden.

Die fol­gen­den Aus­füh­run­gen behan­deln zen­tra­le Fra­gen im Umgang mit dem digi­ta­len Euro. Die­ser Arti­kel hilft dem Leser,

  • aktu­el­le Ent­wick­lun­gen zu kennen,
  • Erwar­tun­gen an den digi­ta­len Euro zu formulieren,
  • denk­ba­re Ansät­ze des digi­ta­len Gel­des zu skizzieren,
  • die zen­tra­len Fra­gen zu stel­len und
  • Aus­wir­kun­gen auf Ban­ken und Hand­lungs­be­dar­fe zu verstehen.

Wel­che aktu­el­len Ent­wick­lun­gen gibt es der­zeit zum Digi­ta­len Euro?

Immer mehr Anbie­ter (u. a. Fin­tech-Unter­neh­men, Platt­form­an­bie­ter) mit digi­ta­len Bezahl­lö­sun­gen drän­gen auf den Markt. Dabei wer­den neue For­men digi­ta­len Gel­des über dezen­tra­le Netz­wer­ke in Ver­bin­dung mit Smart Con­tracts ange­bo­ten. Grö­ße­re Initi­ta­ti­ven lau­fen bereits seit eini­gen Jah­ren. So prüft die People´s Bank of Chi­na bereits seit 2014 die Ein­füh­rung eines digi­ta­len Yuan. Inzwi­schen beschäf­ti­gen sich auch ca. 90 % der Zen­tral­ban­ken mit der Ein­füh­rung einer „Cen­tral Bank Digi­tal Cur­ren­cy“ (CBDC) als Who­le­sa­le- oder als Retail-CBDC.

Um eine Abhän­gig­keit von nicht­eu­ro­päi­schen Anbie­tern zu ver­mei­den, sind sei­tens der euro­päi­schen Insti­tu­tio­nen wei­te­re Bemü­hun­gen erfor­der­lich, um die Aus­ge­stal­tung und die Aus­wir­kun­gen eines digi­ta­len Euros zu unter­su­chen. Fol­gen­de Erwar­tun­gen an einen digi­ta­len Euro wur­den bereits for­mu­liert: „Der digi­ta­le Euro soll für jeder­mann nutz­bar und ver­füg­bar sein“ und „durch sei­ne Pro­grammier­barkeit soll ein inno­va­ti­ver Nut­zen ent­ste­hen“. Ob es dazu tat­säch­lich kommt, bleibt abzuwarten.

Bis zur Markt­rei­fe eines digi­ta­len Euro sind jedoch noch grund­sätz­li­che Fra­gen zu klä­ren. Ein weit­ge­hen­der Ersatz von Geschäfts­ban­ken­geld durch digi­ta­les Zen­tral­bank­geld hat zum einen Aus­wir­kun­gen auf die Geld­po­li­tik und die Finanz­sta­bi­li­tät, zum ande­ren kann es zu einem Bedeu­tungs­ver­lust von Ban­ken als Inter­me­diä­re füh­ren. Eine voll­stän­di­ge Anony­mi­tät wie im Bar­geld­ver­kehr ist bei digi­ta­lem Geld vor­aus­sicht­lich nicht sicher­ge­stellt, da eine Art elek­tro­ni­sches Regis­ter als Kopier­schutz bzw. zur Ver­mei­dung von Mehr­fach­ver­wen­dun­gen als Kon­troll­me­di­um nötig sein wird. Wich­tig wird jedoch sein, die Kre­dit­wirt­schaft von Beginn an in die Dis­kus­sio­nen mit­ein­zu­be­zie­hen. Gut durch­dach­te, siche­re und kom­for­ta­ble Lösun­gen sind wich­ti­ger als eine schnel­le Einführung.

Wel­che Anfor­de­run­gen wer­den für den Ein­satz des digi­ta­len Euro formuliert?

Es wur­den bereits diver­se Erwar­tun­gen an einen digi­ta­len Euro for­mu­liert. Die wesent­li­chen Kri­te­ri­en las­sen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Uni­ver­sa­li­tät des Gel­des
    Digi­ta­les Geld soll­te uni­ver­sell ein­setz­bar und frik­ti­ons­los in ande­re Geld­for­men tausch­bar sein. Die Aus­ge­stal­tung der digi­ta­len Gel­der rich­tet sich nach deren Funktionalität
  • Effi­zi­enz im Zah­lungs­ver­kehr
    Digi­ta­ler Zah­lungs­ver­kehr soll ana­log dem tra­di­tio­nel­len Zah­lungs­ver­kehr den Grund­prin­zi­pi­en Sicher­heit und Effi­zi­enz fol­gen. Neue Abwick­lungs­tech­no­lo­gien in dezen­tra­len oder zen­tra­len Netz­wer­ken kön­nen Effi­zi­enz­ge­win­ne erzielen
  • Gewähr­leis­tung der Sicher­heit
    Digi­ta­le Zah­lun­gen müs­sen den Sicher­heits­an­for­de­run­gen im Zah­lungs­ver­kehr gerecht wer­den (Ver­hin­de­rung von Geld­wä­sche, Schutz­ni­veau usw.)
  • Inno­va­ti­ver Mehr­wert
    Die Inno­va­ti­on digi­ta­len Gel­des liegt in sei­ner Pro­gram­mier­bar­keit. Eine voll­au­to­ma­ti­sche Abrech­nung zwi­schen Maschi­nen oder eine unmit­tel­ba­re Beglei­chung eines Betra­ges in Abhän­gig­keit des Ver­brauchs oder der Nut­zung sind mög­li­che Funktionen
  • Kon­trol­lier­ba­re Impli­ka­tio­nen
    Impli­ka­tio­nen digi­ta­len Gel­des müs­sen hin­rei­chend ana­ly­siert wer­den. Die­ses gilt nicht nur für Geld­po­li­tik und Finanz­sta­bi­li­tät, son­dern auch aus ord­nungs­po­li­ti­scher Sicht (z. B. Kon­trol­le über Zen­tral­ban­ken und Geschäftsbanken)

Wel­che Ansät­ze für digi­ta­les Geld sind denkbar?

Aktu­ell kris­tal­li­siert sich noch nicht her­aus, wie das digi­ta­le Geld aus­ge­stal­tet sein soll­te. Dies­be­züg­lich gibt es jedoch bereits Ansät­ze, die par­al­lel ver­folgt wer­den. Neben Sta­ble­coin-Anwen­dun­gen gibt es u. a. Trig­ger Lösun­gen, toke­ni­sier­tes Geschäfts­ban­ken­geld oder auch eine Kom­bi­na­ti­on von Lösun­gen, die betrach­tet wer­den müs­sen. Wich­tig ist hier vor allem die Fra­ge des „War­um“, d. h. der Nut­zen einer Lösung steht im Mit­tel­punkt. Bei meh­re­ren Lösun­gen ist eine Art Stan­dar­di­sie­rung und eine Inter­ope­ra­bi­li­tät sicher­lich vorteilhaft.

Mögliche Ansätze für digitales Geld
Mög­li­che Ansät­ze für digi­ta­les Geld

Details wer­den aktu­ell im Rah­men der „Mar­kets in Cryp­to-Assets (MiCA)“ for­mu­liert, bei deren Aus­ge­stal­tung u. a. die Bun­des­bank und die EZB mit­wir­ken. Eine wei­te­re zen­tra­le Fra­ge bezieht sich auf die Ziel­grup­pe, für die eine CBDC als „Who­le­sa­le-CBDC“ oder als „Retail-CBDC“ zugäng­lich sein soll. Bei­de For­men haben Vor­tei­le, sind jedoch auch mit Risi­ken verbunden.

Bei der Who­le­sa­le-CBDC wäre der Nut­zer­kreis­auf Geschäfts­ban­ken beschränkt. Die­se Form hät­te zunächst kei­ne nega­ti­ven Impli­ka­tio­nen auf die Finanz­sta­bi­li­tät und eine geld­po­li­ti­sche Imple­men­tie­rung. Vor­tei­le erge­ben sich auf­grund der Pro­gram­mier­bar­keit durch eine höhe­re Auto­ma­ti­sie­rung bei der Wert­pa­pier­ab­wick­lung und der Pro­zess­op­ti­mie­rung. Aktu­el­le Initia­ti­ven beschäf­ti­gen sich bereits mit einer Toke­ni­sie­rung von Wert­pa­pie­ren über DLT-Netz­wer­ke (z. B. Dis­tri­bu­t­ed-Led­ger-Tech­no­lo­gie (DLT) – Pilot­re­gime für Markt­in­fra­struk­tu­ren mit Anschluss an Zah­lungs­ver­kehrs-Infra­struk­tur TARGET2). Der Who­le­sa­le-Token lässt sich auch im Liqui­di­täts­ma­nage­ment der Insti­tu­te inte­grie­ren. Gut­ha­ben auf Zen­tral­bank­kon­ten könn­ten in Tei­len durch­aus als Who­le­sa­le-Token gebun­den sein.

Die Retail-CBDC Aus­ga­be birgt höhe­re Risi­ken auf­grund des grö­ße­ren Nut­zer­krei­ses durch die Ver­brau­cher. Die­se Retail-Vari­an­te hät­te Aus­wir­kun­gen auf das Finanz­sys­tem und die Geld­po­li­tik, die aktu­ell noch wei­test­ge­hend unge­klärt sind. Der Retail-Token wür­de als Kom­ple­ment zu ande­ren Geld­for­men im Umlauf sein, müss­te jedoch die Risi­ken durch Vor­tei­le wie eine Effi­zi­enz­stei­ge­rung im Zah­lungs­ver­kehr, in der Pro­duk­ti­on und auf den Finanz­märk­ten abfedern.

Wel­che grund­sätz­li­chen Über­le­gun­gen und zen­tra­len Fra­gen zum digi­ta­len Euro gibt es derzeit?

Die EZB hat bereits ers­te Über­le­gun­gen zum digi­ta­len Euro vor­ge­nom­men. Eine grund­sätz­li­che Ent­schei­dung des EZB-Rats zum Start einer Pro­jekt­pha­se mit dem digi­ta­len Euro steht noch aus.

Die EZB skiz­ziert mög­li­che Leit­plan­ken zum digi­ta­len Euro wie folgt:

Erste Überlegungen zum digitalen Euro seitens der EZB
Ers­te Über­le­gun­gen zum digi­ta­len Euro sei­tens der EZB

Wich­tig wird sein, bei die­sen Über­le­gun­gen und der Ana­ly­se von Aus­wir­kun­gen mög­li­cher Risi­ken eine brei­te öffent­li­che Kon­sul­ta­ti­on zu füh­ren. Die Qua­li­tät der Unter­su­chung soll­te jedoch Vor­rang haben vor einem vor­ei­li­gen Beschluss.

Ver­gleicht man die Eigen­schaf­ten bei­der Zah­lungs­mit­tel Bar­geld und digi­ta­lem Euro, wird klar, dass ein Ersatz für Bar­geld 1:1 nicht mög­lich ist.

Vergleich von Eigenschaften von Bargeld gegenüber einem digitalen Euro
Ver­gleich von Eigen­schaf­ten von Bar­geld gegen­über einem digi­ta­len Euro

Aus der Gegen­über­stel­lung der Eigen­schaf­ten bei­der Zah­lungs­mit­tel las­sen sich jedoch grund­sätz­li­che Prin­zi­pi­en für die Ein­füh­rung eines digi­ta­len Euro ablei­ten, die sehr gut das aktu­el­le EZB-Ver­ständ­nis wie­der­ge­ben. Die­se las­sen sich wie folgt zusammenfassen:

Prinzipien für die Einführung des digitalen Euro
Prin­zi­pi­en für die Ein­füh­rung des digi­ta­len Euro 

Natür­lich ver­folgt die Zen­tral­bank hier­bei auch Eigen­in­ter­es­sen, die mit der Ein­füh­rung eines digi­ta­len Euro wei­ter­hin Bestand haben wer­den. So wird die EZB wei­ter­hin die Geschi­cke der Geld­po­li­tik len­ken. Es wird sich zei­gen, wie weit der aktu­el­le Prü­fungs­an­satz der EZB „Gene­ral Pur­po­se CBDC“ ver­folgt wer­den kann. Bei der Sta­ble­coin-Vari­an­te dürf­te jedoch sicher sein, dass erst eine Absi­che­rung des Sta­ble­coin-Tokens mit staat­li­chem Geld Sta­bi­li­tät schaf­fen wird.

Aus den Vor­über­le­gun­gen las­sen sich nun rele­van­te zen­tra­le The­men ablei­ten, die bei der Beur­tei­lung der Aus­ge­stal­tung des digi­ta­len Euro und sei­ner Kon­se­quen­zen zu betrach­ten sind:

Prüfthemen von Finanzindustrie, v. a. von Zentralbanken
Prüfthe­men von Finanz­in­dus­trie, v. a. von Zentralbanken

Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass noch wei­te­re The­men hin­zu­kom­men. Es wird jedoch klar, dass die Ein­füh­rung eines digi­ta­len Euro mit gro­ßen Ver­än­de­run­gen ein­her­geht und das aktu­el­le Sys­tem nach­hal­tig ver­än­dern wird.

Wel­che Prüf­fel­der erge­ben sich nun aus die­sen Über­le­gun­gen für die Kreditinstitute?

Ein grund­sätz­li­cher Kon­sens kann wohl sein, dass CBDC ein not­wen­di­ges Instru­ment dar­stellt, um die Digi­ta­li­sie­rung der euro­päi­schen Wirt­schaft und ihre Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu stär­ken. Mit dem digi­ta­len Euro wird v. a. als zen­tra­les Ziel ver­folgt ande­re Geld­for­men als alter­na­ti­ves Tausch­mit­tel und Wert­auf­be­wah­rung abzuwehren.

Für die Ban­ken erge­ben sich auf Grund­la­ge der dis­ku­tier­ten Aus­prä­gun­gen fol­gen­de Prüf­fel­der, die jedes Finanz­in­sti­tut betreffen:

  1. Gefähr­dungs­grad für das Geschäfts­mo­dells des Insti­tuts und Ein­fluss auf sei­ne Profitabilität
  2. Abfe­de­rung einer Erhö­hung der (Re-)Finanzierungskosten und Ver­än­de­rung der Risi­ko­be­reit­schaft durch Abzug von Einlagen
  3. Umgang mit Ein­schrän­kun­gen in einer Kre­dit­ver­ga­be durch höhe­re Refinanzierungskosten
  4. Kom­pen­sa­ti­on eines brö­ckeln­den Zinsgeschäfts
  5. Zukünf­ti­ger Zugang zu kos­ten­güns­ti­gem und aus­fall­si­che­rem Zen­tral­bank­geld ana­log dem Bar­geld heute
  6. Umgang mit Abfluss von Bank­gut­ha­ben hin zu CBDC (schwer prognostizierbar)

Was kön­nen die Insti­tu­te bereits heu­te tun, um Chan­cen zu nutzen?

Die Insti­tu­te kön­nen sich im ers­ten Schritt auf Ihre Stär­ken besin­nen, v. a. im Bereich des Zah­lungs­ver­kehrs. Für die Aus­ge­stal­tung ande­rer Hand­lungs­fel­der sind wei­te­re Kon­kre­ti­sie­run­gen und Erkennt­nis­se zur mög­li­chen Umset­zung und deren Aus­wir­kun­gen notwendig.

Die fol­gen­de Über­sicht fasst mög­li­che Hand­lungs­fel­der zusammen:

Aktivitäten, die heute bereits Banken prüfen können
Akti­vi­tä­ten, die heu­te bereits Ban­ken prü­fen können

Aktu­ell gibt es in den Ban­ken bereits vie­le Inno­va­ti­ons­pro­jek­te, die eher als unab­hän­gi­ge Ein­zel­pro­jek­te betrie­ben wer­den. Bei die­ser Fra­gen­stel­lung sind neben dem digi­ta­len Euro auch The­men wie Toke­ni­sie­rung und Kry­pro-Assets mit­zu­be­trach­ten. Die Ein­schät­zung der Chan­cen defi­niert sich hier­bei stets über eine Abwä­gung zwi­schen dem Kun­den­nut­zen und dem The­ma Sicher­heit. Bis­her fehlt jedoch der ent­schei­den­de Schritt, da Rah­men­be­din­gun­gen und sich dar­aus erge­ben­de Risi­ken noch unklar sind.

Eine Chan­ce liegt neben den bereits beschrie­be­nen Vor­tei­len im Zah­lungs­ver­kehr (Kos­ten­re­duk­ti­on und Pro­zess­ver­bes­se­run­gen) bei der Her­aus­ar­bei­tung des Kun­den­nut­zens und eine Ver­ein­fa­chung des Zugangs zu neu­en Bank­pro­duk­ten. Vor allem die Usa­bi­li­ty von Bank­pro­duk­ten, die auf bestimm­te Kun­den­grup­pen zuge­schnit­ten wer­den, spielt hier eine ent­schei­den­de Rolle.

Auf der IT-Sei­te mit sei­nen heu­te bekann­ten Pro­ble­men bie­tet die Block­chain-Tech­no­lo­gie im Bereich „run the bank“ sehr vie­le Chan­cen, aktu­el­le IT-Pro­ble­me wie ver­al­te­te Sys­te­me und hohe Kos­ten bes­ser in den Griff zu bekom­men. Frü­he Erfah­run­gen im Umgang mit der neu­en Tech­no­lo­gie sind hier­bei wich­tig. Fra­gen zu sicher­heits­re­le­van­ten Aspek­ten wie Cyber­se­cu­ri­ty und Daten­schutz sind sicher­lich noch zu lösen.

Ers­te Use-Cases im Umgang mit Block­chain- und Kryp­to-Assets bzw. ers­te Ent­wick­lun­gen im Bereich von pro­gram­mier­ba­ren Block­chains wur­den bereits gestar­tet. Neue Bank­pro­duk­te sind in das Gesamt­an­ge­bot mitaufzunehmen.

Wie las­sen sich die Chan­cen nun effi­zi­ent nutzen?

Auf­grund unse­rer lang­jäh­ri­gen Bran­chen­er­fah­rung in Ver­bin­dung mit Regu­la­to­rik, Trans­for­ma­ti­ons­ex­per­ti­se und Kennt­nis der neus­ten Markt­ent­wick­lun­gen beglei­ten wir Sie ger­ne bei ihrer indi­vi­du­el­len Digi­ta­li­sie­rungs-Jour­ney in die­sem dyna­mi­schen Umfeld. Ger­ne ste­hen wir Ihnen bei den anste­hen­den The­men Toke­ni­sie­rung, Ent­wick­lun­gen im Zah­lungs­ver­kehr bzw. bei der Wei­ter­ent­wick­lung ihres Geschäfts­mo­dells zur Seite.

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